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Euro-Gipfel lässt Börsianer jubeln

Datum: 29.10.2011

Der deutsche Aktienindex hat in der vergangenen Woche mit Leichtigkeit die wichtige Marke von 6000 Punkten übersprungen. Angetrieben von den Beschlüssen des Euro-Gipfels verbuchte der DAX vor allem am Donnerstag satte Gewinne. Auf Wochensicht schaffte das Börsenbarometer ein kräftiges Plus von 6,3 Prozent. Der DAX beendete den Xetra-Handel am Freitagnachmittag bei 6346 Zählern. Zwischenzeitlich kletterte der Leitindex sogar bis auf 6.430 Punkte und markierte ein neues 2-Monats-Hoch.

Die US-Börsen schlossen am späten Freitagabend ebenfalls im Plus. Der Dow Jones beendete den Handel mit 12.231 Punkten erstmals seit elf Wochen wieder oberhalb der 12.000er-Marke. Der marktbreite S&P 500 verabschiedete sich mit 1285 Zählern ins Wochenende. Nach dem Handelsschluss an der Wall Street wird der DAX am heutigen Samstag außerbörslich wenige Punkte im Plus gesehen.

Thema Nummer 1 war natürlich der Euro-Gipfel in Brüssel. Während am Montag noch die Angst vor einer Enttäuschung die Stimmung der Börsianer drückte, ließen die politischen Beschlüsse die Investoren am Donnerstag ordentlich jubeln. Mit großer Erleichterung wurde der Schuldenschnitt für Griechenland am Markt aufgenommen. Auch am Freitag hielt die Euphorie größtenteils weiter an. Allerdings sorgte Italien zuletzt wieder für leichte Sorgenfalten: Eine Emission italienischer Staatsanleihen verlief sehr enttäuschend, die Rendite für zehnjährige Anleihen stieg aufgrund des wachsenden Risikos auf 5,984 Prozent.

Die wichtigsten Gipfel-Reaktionen im Überblick

Selbstverständlich hat der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou die neuen Maßnahmen als positiv bewertet. Kein Wunder, schließlich verschafft der vereinbarte Schuldenerlass dem angeschlagenen Land große Vorteile. „Die schwere Last, die die griechische Mittelklasse tragen müsse, werde verringert“, hieß es von Papandreou. Dennoch bleiben weitere Reformen unerlässlich.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy äußerte sich ebenfalls glücklich über den ausgehandelten Schuldenerlass für Griechenland. Eine Katastrophe sei vermieden worden, betonte der Staatschef. Gleichzeitig machte Sarkozy deutlich, dass auch sein Land weitere Anstrengungen unternehmen müsse, um Erfolge beim Abbau des Staatsdefizits zu erreichen.

Auch außerhalb der Euro-Zone lobten verschiedene Länder die Beschlüsse des Euro-Gipfels. US-Präsident Barack Obama betonte, dass die Stabilisierung der Währungsunion nicht nur im Interesse Europas, sondern der Welt liege. Mit den neuen Entscheidungen aus Brüssel sei die Grundlage zur Bewältigung der Krise gelegt.

Jedoch waren vereinzelt auch kritische Stimmen zu hören. Vor allem Volkswirte wunderten sich über die entstandene Euphorie nach den politischen Maßnahmen. Im Kampf gegen die Schuldenkrise wurde lediglich Zeit gewonnen, hieß es von hochkarätigen Experten. Passend dazu äußerte sich auch die Bundeskanzlerin: "Ich glaube, dass wir noch viele Schritte gehen müssen", sagte Angela Merkel. In der Vergangenheit sei mit Schuldensündern nicht hart genug umgegangen worden, hieß es weiter.

Positive Wirtschaftsdaten aus den USA

Überraschend positiv fielen die amerikanischen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt am Freitag aus, die vor lauter Gipfel-Freude fast untergegangen sind. Im dritten Quartal 2011 wuchs die US-Wirtschaft so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Mit einem Wachstum von 2,5 Prozent wurden die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Auch der US-Arbeitmarkt erholte sich zuletzt, jedoch wurden hier die Prognosen nicht ganz erfüllt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank im vergangenen Monat um 2000 auf 402.000 Anträge.


DAX mit Erholungsbewegung bis auf 6000 Punkte

Datum: 15.10.2011

Auch die vergangene Börsenwoche war wieder von Kursgewinnen geprägt. Der DAX beendete den Xetra-Handel am Freitag bei 5967 Punkten – ein Wochenplus von 5,14 Prozent! Zwischenzeitlich hatte der deutsche Leitindex sogar die wichtige Marke von 6000 Punkten überschritten. Am Freitag wurden im Hoch 6037 Zähler erreicht. Zuletzt hatte das Börsenbarometer vor knapp zwei Monaten die 6000er-Marke gesehen.

Neben dem deutschen Aktienmarkt verbuchten auch die amerikanischen Börsen Pluszeichen. An der Wall Street ging der Dow Jones bei 11.644 Punkten aus dem Handel. Der marktbreite S&P 500 beendete die Woche bei 1224 Zählern und damit 3,6 Prozent höher als zum Handelsschluss der Vorwoche. Nach den Gewinnen der US-Börsen am späten Freitagabend wird der DAX am Samstag außerbörslich bei 6003 Punkten taxiert.

Was war der Auslöser für die jüngsten Kursgewinne? Neben dem zurückkehrenden Vertrauen in die europäische Währungsunion sorgten vor allem die US-Einzelhandelsumsätze für gute Stimmung auf dem Parkett. Auch solide Unternehmenszahlen von Google und SAP versetzten die Investoren in Kauflaune.

G20-Treffen im Blickpunkt

Die aktuelle Schuldenkrise steht ganz im Mittelpunkt des G20-Treffens, das bereits in Paris begonnen hat. Erwartet wird, dass nähere Details zur Rekapitalisierung der europäischen Banken bekannt gegeben werden. In Vorfreude auf neue Strategien und Lösungen gegen die Krise sprangen die Aktienmärkte bereits deutlich an. Experten warnen nun allerdings vor zu hohen Erwartungen an das Treffen. Sollten keine konkreten Pläne veröffentlicht werden, drohe ein neuer Rückschlag, kommentierte ein Beobachter.

Offenbar bereitet aktuell auch der Internationale Währungsfonds (IWF) Maßnahmen vor, um in der Schuldenkrise stabilisierend eingreifen zu können. Genauer geht es um kurzfristige Kreditlinien, die dabei helfen sollen, akute Liquiditätsprobleme klammer Staaten zu überbrücken. Ähnlich wie die Euro-Zone könnte nun also auch der IWF angeschlagene Länder finanziell unterstützen.

Euro im Aufwind

Im Zuge der Markterholung und dem zurück gewonnenen Vertrauen in die Währungsunion ging es in der vergangenen Woche auch mit dem Euro kräftig aufwärts. Die europäische Gemeinschaftswährung wird aktuell mit 1,3875 US-Dollar gehandelt. Auf Wochensicht gewann der Euro damit rund vier Prozent an Wert. Devisenhändler führten die Hoffnung auf einen Durchbruch in der Schuldenkrise als Grund für die Gewinne an.


Dicke Gewinne an den Aktienmärkten

Datum: 17.09.2011

Was für eine Woche! Nach den jüngsten Börsenturbulenzen und heftigen Kurseinbrüchen hat der deutsche Aktienmarkt in den vergangenen Tagen einen großen Satz nach oben gemacht: Auf Wochensicht stieg der Leitindex um satte 7,4 Prozent an. Damit erzielte der DAX den größten Wochengewinn seit Juli 2009.

Zunächst sah es gar nicht gut aus: Noch am Montag ließ die anhaltende Schulden- und Vertrauenskrise in Europa den Deutschen Aktienindex unter die wichtige Marke von 5000 Punkten rutschen. Im Tief notierte der DAX sogar bei 4965 Zählern. Am Dienstag drehte dann die Stimmung auf dem Frankfurter Parkett – der Index schloss mit einem soliden Plus bei rund 5200 Punkten. In den folgenden drei Tagen ging es ebenfalls aufwärts, der DAX beendete die Woche bei 5573 Punkten.

Verantwortlich für die Kursgewinne war unter anderem die Hoffnung, dass China kriselnde Euro-Staaten mit Anleihenkäufen unterstützen könnte. Für gute Stimmung unter den Börsianern sorgte auch das Bekenntnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zu Griechenland. Die Zukunft Athens liege in der Eurozone, hieß es. Darüber hinaus gab eine am Donnerstag bekannt gewordene Hilfsaktion der Notenbanken Auftrieb an den Märkten. Allerdings wurde das Kernproblem, nämlich die angespannte Finanzlage einiger Euro-Staaten, bislang keinesfalls gelöst.

UBS-Debakel: Händler versenkt zwei Milliarden Dollar

Für Schlagzeilen sorgte der milliardenschwere Spekulationsskandal bei der UBS. Ein einzelner Händler hatte mit nicht genehmigten Geschäften rund zwei Milliarden Dollar der Bank verzockt und wurde mittlerweile in London festgenommen. Die Ratingagentur Moody's prüft nun, ob sie die Kreditwürdigkeit der Schweizer Großbank herabstufen wird. Die Bestnote ist in Gefahr.

Der Ratingagentur Moody's geht es dabei nicht in erster Linie um das verlorene Geld. Vielmehr wird das fehlerhafte Risikomanagement als starke Schwäche deklariert. Es sei fraglich, ob die UBS zur Reorganisation ihrer Geschäftsabläufe fähig sei, teilte Moody's am in London mit. Die Einstufung der Bonität ist für Banken besonders wichtig, da dies einen entscheidenden Faktor bei der Refinanzierung der Geldhäuser darstellt.

Änderungen der Index-Zusammensetzung

Für die kommende Handelswoche stehen einige Änderungen in der Index-Zusammensetzung an. Der Arbeitskreis der Deutschen Börse hat entschieden, dass die Aktien von Deutz, Kuka und GSW Immobilien ab Montag in den MDAX aufsteigen. Die Anteilsscheine von Praktiker, Demag Cranes und IVG müssen den Index der mittelgroßen Werte dagegen verlassen.

Im Technologieindex TecDax wird der Solarzulieferer Roth & Rau durch die Aktie des Business-Netzwerks Xing ersetzt. Außerdem muss Phoenix Solar den Index-Platz für den Software-Spezialisten PSI freigeben. Im DAX stehen dagegen keine Änderungen an.


Forderung nach einer europäischen Rating-Agentur

Datum: 21.06.2010

In die anhaltende Diskussion um die Rating-Agenturen kommt neuer Schwung. Erst kürzlich hat der Gouverneur der französischen Zentralbank, Christian Noyer, vorgeschlagen, neben den amerikanischen Platzhirschen nun auch europäische Rating-Agenturen zu etablieren. Innerhalb der deutschen Regierung wird dieser Vorstoß überwiegend positiv aufgenommen. Doch fangen wir erst einmal von vorne an. Generell besteht die Aufgabe einer Rating-Agentur darin, die Kreditwürdigkeit von potenziellen Schuldnern zu überprüfen und daraus eine Bewertung für Kapitalanleger herzustellen. Ein Land mit sehr guter Bonität gilt als hoch solide, eine Investition in seine Staatsanleihen als risikolos. Die Beurteilung der potentiellen Schuldner wie Unternehmen oder auch Staaten erfolgt hierbei nach strengen, objektiven Kriterien und wird permanent überprüft – so zumindest die Theorie.

Mitschuld an der Bankenkrise
Vielleicht erinnern Sie sich noch: Nach dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 rückten auch die Rating-Agenturen als mitschuldige Akteure in den Blickpunkt und stehen seitdem unter harscher Kritik. Der Vorwurf lautet zusammengefasst, dass sie spekulative Finanzprodukte und angeschlagene Unternehmen mit besten Ratings versehen haben und damit die hohen Risiken verschleiert haben. Ob absichtlich oder unwissentlich sei mal dahingestellt. Kleines Beispiel: Die Rating-Agentur Fitch hatte die Pleitebank Lehman Brothers noch am Tag ihres Zusammenbruchs mit der drittbesten Note (A+) bewertet! Als spätere Folge kam unter anderem auch die Mittelstandsbank IKB ins Taumeln. Nämlich dann, als die Rating-Agenturen ihre Fehler korrigierten und somit zweifelhafte Wertpapiere in der Bilanz der IKB innerhalb kurzer Zeit extrem an Wert verloren.

Verschärfung der Schuldenkrise
Daneben wird in letzter Zeit ebenfalls die Abstufung einzelner Länder kritisch gesehen. Verschiedene Rating-Agenturen hatten in den vergangenen Monaten südeuropäische Länder herabgestuft und damit die Euro-Krise verschärft. Hintergrund ist, dass es für die betreffenden Länder nun schwerer geworden ist, ihre Staatsanleihen abzusetzen, über die sie ihre Schulden finanzieren. Griechenland oder Spanien müssen für ihre Kredite jetzt zudem höhere Zinsen zahlen, da das Risiko - abgeleitet von den Qualitätsurteilen der Agenturen - höher erscheint. Wirtschaftsexperten und Politiker sehen darin einen Hauptgrund für die Turbulenzen an den Anleihemärkten. Aus Sicht der Agenturen ist dieses Vorgehen allerdings verständlich, schließlich wurden sie zuvor für ihre laxe und viel zu späte Überprüfung der Ratings heftig kritisiert. Nun agieren sie strenger (nach Meinung vieler Experten zu streng), um nachher nicht wieder attackiert werden zu können. Das größte Problem liegt allerdings darin, dass europäische Länder und Unternehmen kritischer beurteilt werden als amerikanische. So lautet zumindest die Vermutung europäischer Wirtschaftverbände.

Amerikanische Agenturen dominieren
Weltweit gibt es drei große Rating-Agenturen, die den Markt für Bonitätsbewertungen quasi komplett unter sich aufteilen. Da wäre zum einen die Agentur Fitch mit einem Unternehmenssitz in New York, dann die auch in New York ansässige Rating-Agentur Moody's und dann noch Standard & Poor's - Hauptsitz ebenfalls in New York. Klingelt`s? Kritiker werfen den Agenturen vor, amerikanische Schuldner stets mit einer besseren Note zu versehen, obwohl tendenziell ähnliche Probleme wie in Europa bestehen (als Beispiel sei an dieser Stelle Kalifornien genannt).

Gegengewicht für mehr Wettbewerb
Vor dem Hintergrund der unter anderem durch die Rating-Agenturen ausgelösten Finanzkrise fordern nun immer mehr Politiker ein europäisches Pendant zu dem amerikanischen Oligopol. Erst vor wenigen Tagen betonte Christian Noyer, Gouverneur der französischen Zentralbank, dass der Ratingmarkt relativ leicht durch neue Wettbewerber belebt werden könnte. Kreditversicherer wie Euler-Hermes oder Coface könnten seiner Meinung nach leicht eigene Ratings ausgeben, da die Kreditversicherer sowieso das nötige Wissen und entsprechende Erfahrungen in dem Bereich hätten.

Zahlreiche Experten begrüßen den Vorschlag zur Einrichtung europäischer Rating-Agenturen. „Dies fördert den Wettbewerb und könnte helfen, bestehende Schieflagen in der Bonitätsbewertung zwischen Europa und den USA zu beenden“, lobt zum Beispiel Andreas Rees, Chefvolkswirt der UniCredit, die Idee. Zwar seien einige europäische Länder in den vergangenen Wochen zu Recht herabgestuft worden, doch die USA würden weiter bevorzugt, hieß es folgend. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble äußerte sich positiv zu dem Entwurf aus Frankreich. Er begrüße die Pläne zum Aufbrechen der Marktmacht der Agenturen, so Schäuble.

Ob ein europäisches Gegengewicht dann tatsächlich objektiver über die Schuldner werten würde, mag ich selbst nicht beurteilen. Auf jeden Fall würde jedoch mehr Wettbewerb entstehen und somit der Markt ordentlich aufgerüttelt werden. Alleine schon aus diesem Grund hoffe ich auf das Durchsetzten des angesprochenen Vorschlags. Daumen drücken ist angesagt.


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