Vita

Bernd Raschkowski

VitaBernd Raschkowski hat das Studium der Betriebswirtschaftslehre im Jahr 2007 an der Universität zu Köln erfolgreich abgeschlossen.

Neben dem theoretischen Kapitalmarkt-Wissen verfügt Bernd Raschkowski über intensive Börsenerfahrungen und Qualifikationen in allen Anlageklassen. Mittlerweile arbeitet er als selbstständiger, unabhängiger Wertpapierhändler und ist zudem Gründer von Depot Wachstum.

Die Einschätzungen und Prognosen von Bernd Raschkowski beruhen auf der Basis einer ganzheitlichen Betrachtung der Finanz- und Kapitalmärkte. Neben den makro- und mikroökonomischen Daten werden des Weiteren charttechnische Aspekte sowie Ansätze der Verhaltensökonomik in die Analysen miteinbezogen.

Im folgenden Interview können Sie den Gründer von Depot Wachstum näher kennen lernen:

Herr Raschkowski, wie und wann kamen Sie zur Börse?
- Im zarten Alter von 16 Jahren bin ich eher zufällig mit dem Thema in Berührung gekommen. In einem Urlaub hatte ich mehr oder weniger unbewusst den Wirtschaftsteil einer Zeitung gelesen und die zugehörigen Kurstabellen studiert – und fand es erstaunlicherweise sogar spannend! Am Ende des Urlaubs konnte ich dann alle Werte von Dax & Co. im Schlaf aufzählen. Aber ansonsten war ich ein ganz normaler Junge. (lach)

Trotz der Kurseinbrüche der vergangenen Jahre setzen Sie immer noch auf die Aktienanlage?
- Generell ja. Allerdings bin ich kein Anhänger von Kostolanys Motto “Aktien kaufen, Schlaftabletten nehmen und in einigen Jahren freuen“. Anlegern mit dieser Vorgehensweise droht ein böses Erwachen. Wir verfolgen dagegen vielmehr ein aktives Management: Die richtigen Aktien zur richtigen Zeit können ein ausgewogenes Depot stark bereichern. Wenn die Rahmenbedingungen für ein solides Wirtschaftswachstum gegeben sind, kaufe ich gerne ein. Wenn die Aussichten dagegen nicht rosig sind oder Unternehmen an der Börse zu hoch bewertet werden, kann ich auf Risikopapiere gerne verzichten.

Heißt das konkret, dass Sie kurzfristige Handelsstrategien bevorzugen?
- Nein, von einem nervösen Hin und Her halte ich nicht viel. Unsere Positionen sind durchaus mittel- bis langfristig ausgerichtet, aber sie stehen eben unter ständiger Beobachtung. Falls sich ein Wert nicht wie erwartet entwickelt oder sich das Marktumfeld deutlich verschlechtert, reagieren wir flexibel und verkaufen den Wert wieder. Dabei akzeptieren wir durchaus auch Verluste. Das Erfolgsrezept heißt “Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“.

Über viele Jahre hinweg können Sie eine konstant positive Rendite vorweisen, sogar im Crash-Jahr 2008. Haben Sie an der Börse nie Verluste erleiden müssen?
- Sehr viele sogar. In über 13 Jahren habe ich einige Tiefs miterleben müssen, die mich tausende Nerven gekostet haben. Vor allem in den ersten Jahren hat es mich oft schlimm erwischt. Doch die Verluste entmutigten mich nie, ich hatte immer den Willen und die Kraft, wieder aufzustehen. Ich wollte aus meinen Fehlern lernen. Deswegen habe ich die Märkte seitdem nicht mehr aus den Augen gelassen und meine Strategien über die Jahre hinweg stetig verfeinert. Im Nachhinein gesehen waren die schwierigen Zeiten gleichzeitig auch die Lehrreichsten.

Welche Eigenschaften muss ein Anleger für den Börsenerfolg mitbringen?
- Meiner Meinung nach sind neben analytischen Fähigkeiten vor allem die altmodischen Tugenden wie Disziplin, Fleiß und Geduld notwendig. Starke Nerven sowie das Grundverständnis der Marktpsychologie sind ebenfalls sehr wichtig. Auf jeden Fall ist Erfolg an der Börse alles andere als Zufall, dahinter steckt vielmehr eine riesige Portion Arbeit. Oder eben ein guter Anlageberater.

Was raten Sie Anlegern, die im Zuge der Finanzkrise große Teile ihrer Ersparnisse verloren haben?
- Bitte nicht in Panik verfallen, denn Angst ist ein schlechter Ratgeber. Anleger, die auf hohen Buchverlusten sitzen, sollten ihre Positionen differenziert und objektiv betrachten. Risikobehaftete Werte mit undurchsichtigen Bilanzen gehören zu keiner Zeit in ein solides, langfristig ausgerichtetes Depot. Dagegen werden gesunde Unternehmen mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell bald wieder gesucht sein. Letztere können im Depot-Mix beibehalten bzw. zugekauft werden.

Was raten Sie Anlagern, die bislang wenige Erfahrungen haben und jetzt einsteigen wollen? Worauf sollten Anfänger achten?
- Typische Anfängerfehler entstehen vor allem durch Selbstüberschätzung, Gier, Unwissenheit sowie mangelnde Disziplin. Börsenneulinge sollten bitte nicht glauben, sie seien schlauer als der Markt bzw. die Gesamtheit der Marktteilnehmer. Es fällt zwar schwer, gegenüber sich selbst eigene Fehleinschätzungen zuzugeben, alles andere kann aber sehr teuer werden. Da kommt mir gerade ein schöner Spruch in den Sinn: „Der Markt kann länger irrational bleiben, als ich solvent.“

Was halten Sie von der Gilde der Bankberater, die in den vergangenen Jahren anscheinend oft Produkte empfohlen haben, an denen sie selbst am meisten verdienen?
- Naja, man kann nicht alle Bankberater in einen Topf schmeißen, auch hier gibt es solche und solche. Leider haben in der Vergangenheit tatsächlich einige Berater ihren Kunden diejenigen Fonds empfohlen, an denen sie selbst die höchsten Provisionen kassieren konnten. Der dadurch entstandene Vertrauensverlust ist zu Recht immens. In Zukunft sollten Anleger selbst dem freundlichsten Berater mehr auf den Zahn fühlen, denn leider haben immer noch viele Bankberater keine Ahnung von den Produkten, die sie verkaufen müssen.

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» Bernd Raschkowski

Dipl.-Kaufmann

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